Walzenlager-Doku
"Franco vor Gericht - Das spanische Nürnberg?"

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Originaltitel:
Franco on Trial:
The Spanish Nuremberg?
Regie: Dietmar Post und Lucía Palacios
90min, Spanisch mit deutschen
u.englischen Untertiteln

Franco vor Gericht: Das spanische Nürnberg? ist der neue
Kinodokumentarfilm von Dietmar Post und Lucía Palacios. Nach dem
Erfolg von Die Siedler Francos, ihrer ersten Auseinandersetzung mit dem
Erbe der Diktatur, richten die Filmemacher ihren Blick nun auf eines der
dunkelsten Kapitel der europäischen Geschichte: den vermeintlichen
Völkermord in Spanien, begangen während des Putsches 1936, dem
anschließenden Krieg (1936-1939) und der darauf folgenden Diktatur
General Francos (1939-1975/77), die nur unter Mithilfe Deutschlands,
Italiens und Portugals errichtet werden konnte.
Nachdem 2008 der Versuch, die Verbrechen vor einem spanischen Gericht
aufzuklären, gescheitert war, bemüht sich seit 2010 die argentisnische
Justiz, noch lebenden mutmaßlichen Tätern der Franco-Diktatur aufgrund
begangener Verbrechen gegen die Menschlichkeit den Prozess zu
machen. Untersuchungsrichterin María Servini hat 24 internationale
Haftbefehle ausstellen lassen. 2014 begleiten sie die Filmemacher auf ihrer
ersten Reise nach Spanien, wo sie erstmals Zeugen anhört.
Der Film Franco vor Gericht zeigt konkrete Fälle von Verbrechen, die in der
argentinischen Anklageschrift aufgeführt sind. In einer Collage aus
unbekannten Film- und Fotomaterial und neu gedrehten
Gesprächssituationen präsentieren die Filmemacher paradigmatische Fälle
und stellen diese in einen historischen und juristischen Kontext. Der Film
wird so selbst zu einer Art Beweisführung. In einer Schlüsselszene wird ein
möglicher Prozess spürbar, als die Meinung eines mutmaßlichen Täters auf
die Meinungen der Klägerin, der Untersuchungsrichterin und der
Opferanwälte prallt.
Seit über 20 Jahren arbeiten Palacios und Post an dem Thema des
historischen Andenkes (memoria histórica). An Franco vor Gericht mehr als
10 Jahre. In dieser Zeit gelang es den Regisseuren in Kontakt zu
mutmaßlichen Tätern und Opfern zu treten, einschließlich der Tochter
eines der maßgeblichen Putschgeneräle von 1936. Sie zählt bis zum
heutigen Tag einen Silberrahmen mit dem Porträt Hermann Görings zu
ihrem Eigentum.
Franco vor Gericht beleuchtet ein fast vergessenes Kapitel europäischer
Geschichte und stellt die Frage, ob die sogenannte „Argentinische
Anklage“ zu einem „spanischen Nürnberg“ werden kann.